GEMEINDEBRIEF NOVEMBER 2026

Liebe Leserinnen und Leser,
ich muss zugeben: der November ist nicht gerade mein Lieblingsmonat. Zumindest in meiner Vorstellung ist der November eher neblig und trüb. Dazu kommen die vielen schweren Themen, die diesen Monat prägen:
der Volkstrauertag, der Ewigkeitssonntag, die Erinnerung an Menschen, die gestorben sind, an Kriege und an das Leid, das Menschen einander zufügen.
Und auch die frühe Dunkelheit trägt ihren Teil dazu bei, dass der November sich irgendwie schwer anfühlt. Wenn es am Nachmittag schon dämmert, merke ich, wie sehr mir das Licht fehlt.
In Psalm 139 heißt es über Gott: „Auch die Finsternis ist nicht finster bei dir, und die Nacht leuchtet wie der Tag.“
Ich finde, das ist ein tröstlicher Gedanke. Gott verspricht uns nicht, dass es in unserem Leben keine dunklen Zeiten gibt. Aber er lässt uns wissen, dass wir auch in ihnen nicht allein sind.
Und wenn ich diesen Gedanken auf den November übertrage, stelle ich fest, dass auch dieser nicht nur trostlos ist.
Der Sternenhimmel zeigt sich schon am frühen Abend in all seiner Pracht und lässt mich etwas von der Größe und Unendlichkeit erahnen, die uns umgibt.
Die Kerzen auf den Gräbern unserer Friedhöfe erzählen mir etwas von Liebe und liebevollen Erinnerungen, die selbst der Tod nicht auslöschen kann. Die Laternen beim Martinsumzug erzählen von dem Licht und der Wärme, die Menschen einander ins Leben bringen können. Und Ende des Monats kommt ja schon der Advent in Sicht!
Lichterketten und Sterne leuchten in den Fenstern und Straßen und geben uns einen Vorgeschmack auf das, was noch kommt.
Es leuchtet also nicht, weil es keine Dunkelheit gibt, sondern gerade mitten in ihr. Und all das macht sogar den November schön!
In diesem Sinne wünsche ich uns allen einen November mit vielen kleinen und großen Lichtblicken!
Es grüßt Sie herzlich
Ihre Pastorin Marie-Luise Marlow