Liebe Leserinnen und Leser,
am 17. Februar, dem Aschermittwoch, begann in diesem Jahr die Passionszeit. Es ist die Zeit im Jahr, in der sich viele Menschen innerlich mit Jesus auf den Weg nach Jerusalem und zum Kreuz begeben, um sich auf Ostern vorzubereiten.
Früher wurde die Passions- oder Fastenzeit vor allem von Speisevorschriften bestimmt und auch heute noch nutzen viele die 40 Tage vor Ostern dazu, um Verzicht auf bestimmte Lebensmittel zu üben. Dabei gilt die Fastenzeit vor allem als Zeit der Besinnung und soll uns aufzeigen, wie wir unser Leben verantwortungsvoll im Lichte Gottes gestalten können. Dies kann gelingen, indem wir gegenüber Gott eine fragende Haltung einnehmen.
Es mag sein, dass wir nicht immer wissen, was gut für uns und andere ist. Dann ist es gut, einmal in sich zu gehen und auf Gottes Stimme zu lauschen.
So manche Antwort mag uns überraschen!

Und dann stellen wir uns der Herausforderung: richten unseren Alltag ein Stück neu aus, indem wir auf etwas verzichten, was uns dabei sonst im Wege steht…
Manchmal ist es nur ein kleiner Schritt und kostet dennoch große Überwindung. Doch der Verzicht kann uns lehren, dass aus Mangel eine unerwartete Fülle entstehen kann – so wie am Ende der Passion Jesu der Ostermorgen, nach der Dunkelheit das Licht und nach dem Tod die Auferstehung und das neue Leben steht.
Einmal versuchen etwas bewusst anders zu machen als sonst – auch wenn es schwerfällt – kann die Entdeckung mit sich bringen, dass wunderbare Kräfte freigesetzt werden, die sowohl uns selbst als auch anderen dienen.

Und so lade ich Sie ein sich in diesem Monat einmal die Frage zu stellen: Was wäre, wenn?
…Wenn ich zum Beispiel statt abends meine Serie zu gucken, zum Telefonhörer greife und einen Menschen anrufe, von dem ich lange nichts gehört habe?
… Wenn ich anstatt zu lamentieren, mir am Ende jedes Tages überlege, wofür ich heute trotz allem dankbar sein kann?
…Wenn ich statt mit sorgenvollem Blick in die Zukunft zu schauen, selbst jeden Tag kleine Zeichen der Hoffnung setze?

Worauf zu verzichten mag Ihnen guttun?
Welche überraschende Antwort hält Gott für Sie bereit?

Ihre Pastorin Marie-Luise Marlow

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