Liebe Leserinnen und Leser,

am 6. März ist es wieder soweit, Aschermittwoch, die Fastenzeit beginnt, 40 Tage.

Eigentlich sind es 45 bis Ostern, aber an den Sonntagen darf man ganz offiziell pausieren. Während im Mittelalter die Menschen in dieser Zeit nicht nur vegan leben mussten,

sondern ihnen auch bei allen sonstigen Vergnügungen Enthaltsamkeit auferlegt wurde, nimmt es heute niemand mehr so ernst mit der einst strengen Regel. Und doch: Mal eine Zeitlang auf etwas zu verzichten, sich etwas abzuverlangen, sich einzuschränken, um sich zu läutern oder vielleicht auch nur, um danach mit umso größerer Freude zu genießen, das kommt immer mehr in Mode. So verzichten denn die einen freiwillig auf Alkohol, die anderen auf Süßigkeiten, Kaffee, Fleisch oder Fernsehen.

Die Evangelische Kirche zielt seit mehr als 30 Jahren mit ihrer Aktion „7 Wochen ohne“ auf eine andere Art der „Buße“ in der Fastenzeit: Mal nicht kneifen, sondern sich Herausforderungen stellen, mal nichts auf später verschieben, sich Zeit nehmen – jedes Jahr gibt es ein anderes Motto. Dieses Jahr ist es „Mal ehrlich! 7 Wochen ohne Lügen“. Klingt machbar – wann lügen wir schon mal so richtig bewusst jemanden ins Gesicht? Aber es sind eher die kleinen, unscheinbaren Lügen, die hier gemeint sind: so tun, als ob man zuhört, wenn die Gedanken woanders sind. Ausreden erfinden, wenn man zu etwas keine Lust hat. Aus Höflichkeit etwas zu loben, das man gar nicht mag. Und sich selber etwas vorzumachen, wenn die Wahrheit unangenehm ist. Tagtäglich gibt es solche Situationen – darauf aufmerksam zu werden, ist schon ein erster Erfolg. Wirklich dagegen anzugehen, ist schwieriger und oft einfach unhöflich. Soll man die Frage „hat‘s geschmeckt?“ wirklich immer ehrlich beantworten? 7 Wochen sind eine Herausforderung – aber zum Glück gibt es ja die Sonntage…

Es grüßt Sie herzlich,

Valerie Riedesel

Den vollständigen Gemeindebrief können Sie hier herunterladen:

Kirche-03-2019

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